DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK

  • Die Bundeswehr hat seit Montag mehr als 1700 Menschen aus Afghanistan in Sicherheit gebracht.
  • US-Präsident Biden zufolge hat die US-Armee seit dem Start der Mission vor etwa einer Woche rund 13.000 Menschen evakuiert.
  • Laut Human Rights Watch gibt es Berichte über "standrechtliche Hinrichtungen" durch die Taliban.
  • Ein Deutscher ist in Kabul auf dem Weg zum Flughafen angeschossen worden.
  • Die Bundesregierung stellt 100 Millionen Euro Soforthilfe für Flüchtlinge aus Afghanistan zur Verfügung.
  • Ischinger macht Trump für "Sündenfall" Afghanistan verantwortlich.
  • Außenminister Heiko Maas denkt wegen des Afghanistan-Debakels nicht an Rücktritt
+ alles anzeigen
See latest updates
Neuer Beitrag
Neue Beiträge
Kein Beitrag vorhanden
|
Liebe Leserinnen und Leser, wir beenden an dieser Stelle unseren Newsblog. Wir bedanken uns für Ihr Interesse!
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Die Lage am Flughafen von Kabul bleibt angespannt. Deutschland, die USA und andere Länder setzen ihre Evakuierungsflüge fort - nach jetzigen Plänen bis zum 31. August. Dann wollen die US-Streitkräfte offenbar endgültig abziehen. Gleichzeitig mehren sich Berichte, nach denen die Taliban - trotz zunächst anderslautender Beteuerungen - gegen frühere Gegner vorgehen. Auch von Hinrichtungen ist die Rede. Vieles ist noch unklar. Klar ist aber: Afghanistan und seine Bürgerinnen und Bürger stehen vor einer schwierigen Zukunft. 
Foto: AP/dpa
Foto: AP/dpa  
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Am Frankfurter Flughafen sind zwei weitere Lufthansa-Maschinen mit insgesamt 379 Evakuierten aus Kabul angekommen. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin landete eine Maschine mit 177 Menschen an Bord, die aus Afghanistan in Sicherheit gebracht worden sind. Am Morgen waren bereits 202 Evakuierte in Frankfurt angekommen. Die Flugzeuge waren jeweils wenige Stunden zuvor in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gestartet.

Nach Angaben der Lufthansa-Sprecherin sind bislang In Frankfurt insgesamt 908 Evakuierte in fünf Sonder-Maschinen gelandet. Eine weitere Maschine wird den Angaben zufolge für Samstagmorgen erwartet.
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim russischen Präsidenten Wladimir Putin ging es auch um die Lage in Afghanistan, die Putin einmal mehr als Beispiel für ein Versagen des Westens sieht, wenn es darum geht, anderen Staaten etwa demokratische Werte beizubringen. Die Kanzlerin bekräftigte dagegen, dass es dem Westen mit seinem Einsatz gelungen sei, die von Afghanistan ausgehende akute Terrorgefahr zu bannen. "Aber sie ist nicht dauerhaft gebannt", so Merkel. Sie bat um Unterstützung bei der Rettung afghanischer Ortskräfte.
Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa
Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa  
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Am Flughafen von Kabul nimmt die Verzweiflung jener Menschen zu, die aus Angst um ihr Leben auf eine Ausreise hoffen. Auf einem Videoclip, der sich in sozialen Medien und in US-Medien verbreitete, war zu sehen, wie aus einer Menschenmenge ein Baby über eine Mauer mit Stacheldraht an US-Militärs übergeben wurde. Ein Soldat packte das Baby am Arm und reichte es an Kollegen weiter.

Ein Sprecher der US-Marineinfanteristen erklärte, der Soldat in dem Clip sei ein Mitglied einer ihrer Einheiten. Das Baby sei zu einer medizinischen Station auf dem Gelände gebracht worden und werde dort von Gesundheitspersonal versorgt. Zu den Umständen der Szene - etwa dazu, was mit den Eltern des Kindes ist - äußerte sich der Sprecher auf Anfrage zunächst nicht weiter.
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) liegen nach eigenen Angaben Berichte über "standrechtliche Hinrichtungen" durch die Taliban in Afghanistan vor. Bei den mutmaßlichen Opfern handele es sich um frühere afghanische Regierungsmitarbeiter und Sicherheitskräfte, sagte die Vizedirektorin für HRW in Asien, Patricia Gossman. Das Ausmaß sei noch unklar. Viele dieser Vorfälle fänden den Erkenntnissen zufolge außerhalb der Hauptstadt Kabul in den afghanischen Provinzen statt. Die Taliban hatten nach ihrer Machtübernahme eine Amnestie zugesagt.

Die Vorsitzende der Unabhängigen Afghanischen Menschenrechtskommission, Schaharsad Akbar, kritisierte das Chaos bei der Evakuierung von gefährdeten Afghanen. Es sei extrem schwierig, zum Flughafen in Kabul zu gelangen, sagte sie. Dort wiederum gebe es zu wenig Koordination zwischen den Nationen, die Menschen ausflögen, und denjenigen, die den Flughafen schützten. Ihre Organisation beispielsweise habe 90 hoch gefährdete Mitarbeiter identifiziert. 20 davon hätten Zusagen für Evakuierungsflüge bekommen. "Wir waren nicht in der Lage, auch nur eine einzige Person zu evakuieren."
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Die HRW-Direktorin in Washington, Sarah Holewinski, fordert Aufklärung von US-Präsident Joe Biden darüber, ob die US-Streitkräfte immer noch wie geplant am 31. August Kabul verlassen sollten. Wenn die Zahl der Evakuierungsflüge nicht dramatisch aufgestockt werden, würden bis dahin zahlreiche gefährdete Afghanen nicht ausgeflogen werden, so Holewinski. "Die Vereinigten Staaten haben eine moralische Verantwortung, ihnen zu helfen."
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Die USA wollen nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg den Evakuierungseinsatz am Flughafen von Kabul in weniger als zwei Wochen beenden. Die Vereinigten Staaten hätten signalisiert, dass ihr Zeitplan am 31. August ende, sagte der Norweger. Zugleich bestätigte er, dass sich mehrere Alliierte bei den Gesprächen für die Möglichkeit einer Verlängerung des Einsatzes ausgesprochen haben. Es gehe darum, mehr Leute aus dem Land zu bringen, sagte er.

Dass der Betrieb des Flughafens in Kabul ohne die USA aufrechterhalten werden kann, gilt als unwahrscheinlich. Sie waren zuletzt mit rund 5200 US-Soldatinnen und -Soldaten vor Ort, um den Evakuierungseinsatz abzusichern.
Foto: Francisco Seco/Pool AP/dpa
Foto: Francisco Seco/Pool AP/dpa  
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Die Außenminister der 30 Nato-Staaten warnen die neuen Machthaber in Afghanistan vor einer Zusammenarbeit mit internationalen Terroristen. Man habe 20 Jahre lang erfolgreich verhindert, dass Terroristen Afghanistan als einen sicheren Rückzugsort für die Initiierung von Anschlägen nutzen könnten, heißt es in einer nach einer Videokonferenz veröffentlichten Erklärung. Man werde Bedrohungen durch Terroristen nicht zulassen und sei entschlossen, den Kampf gegen Terrorismus unnachgiebig, zielstrebig und solidarisch fortzusetzen.

Ob und wenn ja welche Konsequenzen aus den jüngsten Entwicklungen in Afghanistan gezogen werden, ließen die Außenminister offen. In der Erklärung heißt es zu diesem Thema lediglich: "Gemeinsam werden wir unser Engagement in Afghanistan umfassend reflektieren und die notwendigen Lehren ziehen." Der Machtübernahme der Taliban war die Entscheidung der Nato vorausgegangen, ihren Militäreinsatz in Afghanistan bedingungslos zu beenden.
Foto: Francisco Seco/Pool AP/dpa
Foto: Francisco Seco/Pool AP/dpa  
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Der Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, tritt für ein pragmatisches Vorgehen bei der Evakuierung von deutschen Staatsbürgern und örtlichen Mitarbeitern aus Afghanistan ein. "Besonders wichtig ist für uns die sichere Ausreise engagierter Menschen, die sich jetzt in akuter Lebensgefahr befinden wie beispielsweise Journalisten und Aktivisten", sagte der CDU-Politiker nach Angaben aus der Fraktion vor einer Online-Sitzung der Unionsfraktion.

Brinkhaus wurde mit den Worten zitiert: "Wir stehen in der Pflicht, den Menschen, die uns in den vergangenen Jahren vor Ort in Afghanistan unterstützt haben, zu helfen. Dieser Verantwortung wird Deutschland nachkommen." Dazu müsse man auch mit den militant-islamistischen Taliban sprechen.

Bei der Rettung von Menschenleben dürfen wir nicht dogmatisch sein.

Foto: Michael Kappeler/dpa
Foto: Michael Kappeler/dpa  
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Die griechischen Streitkräfte und die Polizei wollen einen möglichen Migrantenzustrom aus Afghanistan an den Grenzen des Landes zur Türkei stoppen. Dies sagte der griechische Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis, im Staatsfernsehen. "Unser Beschluss ist, unsere Grenzen zu schützen und zu sichern", sagte er nach einer Inspektion der Grenzregion mit der Türkei am Fluss Evros. Die Grenze ist zugleich eine Außengrenze der EU.

Griechenland hat in den vergangenen Monaten - neben einem bereits vorhandenen elf Kilometer langen Zaun - an seichten Stellen des Evros weitere 27 Kilometer Zaun aus Stahl und Zement gebaut. Zudem wird der Grenzfluss mit Thermalkameras, Drohnen und einem Luftschiff der EU-Grenzschutzagentur Frontex überwacht. Patrouillen von Frontex und der griechischen Sicherheitskräfte kontrollieren diese Region. Auch die Seegrenzen zwischen der türkischen Ägäisküste und den griechischen Inseln werden überwacht.
Archivfoto: Nikos Arvanitidis/epa/dpa
Archivfoto: Nikos Arvanitidis/epa/dpa  
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Die Bundeswehr verlegt für ihren Evakuierungseinsatz zwei Hubschrauber nach Kabul. Die beiden Helikopter sollen in Afghanistans Hauptstadt bereits an diesem Samstag einsatzbereit sein, wie Generalinspekteur Eberhard Zorn ankündigte. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums geht es dabei um eine "Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten". Die Maschinen könnten für die Rettung einzelner Bundesbürger oder auch Ortskräfte aus Gefahrenlagen eingesetzt werden.

Dabei handelt es sich um Maschinen des Typs H-145M mit insgesamt 13 Soldaten. Sie sind Spezialkräften zugeordnet und wurden von den USA angefordert. Die US-Truppen flögen hauptsächlich mit großvolumigen Hubschraubern und benötigten im städtischen Umfeld eine kleinere Maschine, sagte Zorn. "Die haben wir." Wie der ranghöchste General der Bundeswehr weiter ausführte, sollen die Helikopter nur in Kabul eingesetzt werden. Es gebe keine Möglichkeit, über den Hindukusch nach Masar-i-Scharif zu fliegen, um jemanden abzuholen.
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Das Foto des Laderaums voller Menschen ist um die Welt gegangen: Die spektakuläre Evakuierung aus Kabul mit einem US-Transportflugzeug brachte nach Angaben der Crew am Sonntag nicht wie ursprünglich angegeben rund 640 Menschen in Sicherheit, sondern mehr als 800. "Wir waren da, um Hoffnung und Freiheit zu bringen», sagte Teamleiter Oberstleutnant Eric Kut, dem Sender CNN. Es sei in dem Moment nicht um Vorschriften gegangen, sondern darum, Frauen und Kinder in Sicherheit zu bringen und Leben zu retten. "Dafür sind wir trainiert", sagte er. Der für die Ladung zuständige Soldat Justin Triola erklärte, es seien 823 Passagiere gewesen.

Sie waren definitiv besorgt, aus dem Gebiet rauszukommen, und wir waren froh, sie mitzunehmen. Und sie waren definitiv froh, sobald wir in der Luft waren.

Justin Triola

Die Transportmaschinen der US-Luftwaffe vom Typ Boeing C-17 können bei Evakuierungen normalerweise jeweils rund 300 Passagiere befördern. In diesem Fall hatten panische Afghanen am Sonntag inmitten des Chaos auf dem Flughafen Kabul das Flugzeug gestürmt, wie die Internetseite Defense One berichtete. Die Besatzung habe sich entschieden, die Menschen nach Katar auszufliegen, statt sie wieder von Bord zu zwingen, hatte die Webseite berichtet.
Foto: Defense One/dpa
Foto: Defense One/dpa  
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
In Afghanistan sind nach Angaben der niederländischen Regierung noch 700 Niederländer. Sie müssten schnell evakuiert werden, teilte Außenministerin Sigrid Kaag in Den Haag mit. Das Land fliegt mit zwei Militärmaschinen regelmäßig nach Kabul, um eigene Bürger, andere Europäer sowie Afghanen mit einem Visum wie lokale Mitarbeiter zu evakuieren.

Nach den Worten der Ministerin ist es äußerst schwierig, die Menschen zum Flughafen zu bringen. Die Taliban hätten die Kontrollen an den militärischen Checkpoints verschärft. Kaag sprach sich dafür aus, dass die US-Amerikaner auch nach dem 31. August in Afghanistan bleiben sollten, um die Evakuierung sicherzustellen. "Wir sind total von ihnen abhängig", sagte sie.
Die niederländische Außenministerin Sigrid Kaag. Archivfoto: Koen Van Weel/ANP/dpa
Die niederländische Außenministerin Sigrid Kaag. Archivfoto: Koen Van Weel/ANP/dpa  
+ alles anzeigen
Live · Desk
|
Mehrere Vertreter der bisherigen afghanischen Regierung werden einem lokalen Medienbericht zufolge vermisst. Verwandte mehrerer Regierungsbeamter sagten dem TV-Sender ToloNews, ihre Familienmitglieder seien verschwunden oder würden seit der Machtübernahme der Taliban vermutlich von den Islamisten festgehaltenDer bisherige Gouverneur sowie der bisherige Polizeichef der Provinz Laghman im Osten des Landes hätten sich den Taliban ergeben, befänden sich aber weiter in Gefangenschaft der Islamisten, hätten die Verwandten gesagt. Auch der Polizeichef von Gasni im Südosten des Landes sei unauffindbar.

Die Taliban haben eine Generalamnestie erlassen, die ihren eigenen Angaben zufolge alle Menschen umfassen soll - auch Regierungsvertreter oder Angehörige der Sicherheitskräfte. Mitte der Woche erklärten die Islamisten zudem, alle politischen Gefangenen sollten entlassen werden. Viele halten das für eine Finte.
+ alles anzeigen
Live · Desk