DAS WICHTIGSTE KOMPAKT

  • Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in Kabul einen Luftangriff durchgeführt, um eine "unmittelbare Bedrohung" für den Flughafen durch Terroristen abzuwenden. Eine Drohne traf nach US-Berichten ein Auto, das dem IS zugerechnet wird.
  • Nach dem Ende der Bundeswehrflüge wurden noch mehr als 300 Menschen aus Kabul ausgeflogen.
  • Das US-Militär hat mit dem Abzug seiner Truppen vom Flughafen Kabul begonnen; auch die britischen Truppen sind abgezogen.
  • Die Taliban haben mehreren Ländern versichert, dass ihre Staatsbürger und Ortskräfte aus dem Land ausreisen dürfen.
  • Außenminister Maas reist für Gespräche über die Aufnahme Schutzsuchender aus Afghanistan in fünf Länder - erste Station: die Türkei.
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Die Evakuierung von Ausländern und ausreisewilligen Afghanninen und Afghanen soll noch weiterlaufen. Ob diese wirklich auch nach dem für Dienstag geplanten endgültigen Abzug der Amerikaner möglich sein wird, bleibt abzuwarten. Mehrere Länder verhandeln deswegen mit den Taliban. Was dann aus Afghanistan wird, vermag noch niemand zu sagen. Viele trauen den neuen Machthabern nicht, die sich bisher eher zurückhaltend verhalten haben. Zudem steht das Land wirtschaftlich am Abgrund - es droht sogar eine Hungersnot.

Wir beenden an dieser Stelle unseren Newsblog. Danke für Ihr Interesse!
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Eine Frau aus Afghanistan hat bei einem Evakuierungsflug nach Großbritannien ein Baby zur Welt gebracht. Wie die Fluggesellschaft Turkish Airlines mitteilte, war die 26-Jährige zuvor aus der afghanischen Hauptstadt Kabul nach Dubai evakuiert worden. Von dort sollte sie ins englische Birmingham weiterreisen. Doch als sich der Flieger über Kuwait befand, setzten die Wehen ein. Da kein Arzt an Bord war, musste die Crew als Geburtshelfer einspringen. Noch bevor die Maschine zwischenlanden konnte, war das Mädchen namens Havva bereits auf die Welt gekommen. Das Flugzeug konnte später seine Reise fortsetzen. Der Fluggesellschaft zufolge sind Mutter und Tochter wohlauf.
Foto: Turkish Airlines/PA Media/dpa
Foto: Turkish Airlines/PA Media/dpa  
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UPDATE | US-Präsident Joe Biden hat sich mit Hinterbliebenen der 13 bei dem Terroranschlag in Kabul getöteten US-Soldaten getroffen. Im Anschluss wohnten Biden, First Lady Jill Biden, Außenminister Antony Blinken, Verteidigungsminister Lloyd Austin und ranghohe Vertreter der Streitkräfte der Ankunft der Särge der getöteten Soldatinnen und Soldaten bei. Bidens Gespräch mit den Angehörigen fand hinter verschlossenen Türen statt.

Die vom US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz kommenden Särge, jeweils bedeckt mit einer amerikanischen Flagge, wurden von Soldaten am Stützpunkt Dover im Bundesstaat Delaware für die weitere Überführung aus einem Transportflugzeug entladen. Die Vertreter des Militärs salutierten den Gefallenen, Biden und die übrigen politischen Vertreter hielten ihre rechte Hand ans Herz. Anwesenden Journalisten zufolge wurden elf der Särge öffentlich entladen, zwei Familien hatten sich eine nicht-öffentliche Überführung gewünscht.
Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa  
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In Afghanistan befinden sich nach Angaben des US-Außenministeriums noch rund 250 amerikanische Staatsbürger, die das Land verlassen wollen. Die Bemühungen, sie in Sicherheit zu bringen, liefen rund um die Uhr, erklärte das Ministerium. Am Samstag hatte die Regierung noch von 350 verbliebenen und ausreisewilligen Staatsbürgern gesprochen. Bislang seien seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban Mitte August insgesamt 5500 US-Bürger aus Afghanistan evakuiert worden, hieß es.

Die US-Diplomaten stehen zudem weiter mit rund 280 Menschen in Afghanistan in Kontakt, die sich als US-Bürger ausgegeben haben, aber bislang keine Informationen zu ihrer geplanten Abreise gemacht haben oder angegeben haben, vor Ort bleiben zu wollen, wie das Ministerium weiter erklärte. Der Evakuierungseinsatz des US-Militärs am Flughafen Kabul soll am Dienstag zu Ende gehen.
Satellitenaufnahme vom militärischen Teil des Kabuler Flughafens. Foto: Planet Labs Inc./Planet Labs Inc./AP/dpa
Satellitenaufnahme vom militärischen Teil des Kabuler Flughafens. Foto: Planet Labs Inc./Planet Labs Inc./AP/dpa  
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Nach dem US-Drohnenangriff auf ein vermeintliches terroristisches Ziel in Kabul berichtet der lokale Fernsehsender ArianaNews unter Berufung auf Augenzeugen, dass sechs Menschen, darunter vier Kinder, beim Einschlag einer Mörsergranate in einem Kabuler Privathaus im 15. Polizeibezirk getötet worden seien. Dabei seien zwei Fahrzeuge und Teile des Hauses zerstört worden. Es war nicht unmittelbar klar, ob diese Opfer möglicherweise nicht einer Mörsergranate, sondern dem US-Luftschlag zuzurechnen gewesen seien. Im 15. Polizeibezirk befindet sich auch der Flughafen.
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Mehr als 21.000 Evakuierte aus Afghanistan sind bisher auf der Air Base Ramstein in Rheinland-Pfalz gelandet. Das teilten der weltweit größte US-Luftwaffenstützpunkt außerhalb Amerikas und das US-Konsulat in Frankfurt mit. Ramstein nahe Kaiserslautern ist seit dem 20. August ein US-Drehkreuz für Geflüchtete aus Afghanistan. Mehr als 6000 Evakuierte seien von dort bereits weitergeflogen.

"Wir versuchen so viele Leute möglich von Afghanistan in Sicherheit zu bringen", sagte ein Sprecher des US-Generalkonsulats in Frankfurt. Des Weiteren werde versucht, die Weiterreise von Ramstein in die USA möglichst schnell abzuwickeln. Schutzsuchende wie etwa ehemalige Ortskräfte der USA in Afghanistan und ihre Familien kommen zunächst in Zelten und Flugzeughangars der Air Base unter. Sie werden registriert und bei Bedarf medizinisch behandelt.
Ankunft auf der Air Base Ramstein. Foto: Airman Edgar Grimaldo/U.S. Air Force via AP/dpa
Ankunft auf der Air Base Ramstein. Foto: Airman Edgar Grimaldo/U.S. Air Force via AP/dpa  
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Deutschland bietet finanzielle und technische Hilfe beim Wiederaufbau des schwer beschädigten Flughafens der afghanischen Hauptstadt Kabul nach dem Abzug der US-Streitkräfte an. Das sagte Außenminister Heiko Maas in der Türkei zum Auftakt einer viertägigen Reise in fünf Länder, die bei den weiteren Bemühungen um die Ausreise Schutzbedürftiger aus Afghanistan eine Rolle spielen.

Maas zeigte sich auch offen für den französischen Vorschlag, um den Flughafen eine Schutzzone zu bilden. Ob das dann die Vereinten Nationen oder einzelne Länder mit "Kommunikationskanälen" zu den militant-islamistischen Taliban machen sollten, "muss man sehen", sagte Maas nach einem Gespräch mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu im südtürkischen Antalya. Cavusoglu äußerte sich allerdings skeptisch: "Dieser Vorschlag hört sich eigentlich gut an. Aber ist die Umsetzung leicht oder möglich? Darauf müssen wir schauen."
Bundesaußenminister Maas (l) und sein türkischer Amtskollege Mevlüt Cavusoglu (r) in Antalya. Foto: Cem Ozdel/Turkish Foreign Ministry/AP/dpa
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Die militant-islamistischen Taliban haben mehreren Ländern versichert, dass ihre Staatsbürger und Ortskräfte aus dem Land ausreisen dürfen. Man habe von den Taliban Zusicherungen erhalten, dass "alle ausländischen Staatsangehörigen und alle afghanischen Staatsbürger mit einer Reisegenehmigung aus unseren Ländern sicher und geordnet zu Abflugorten sowie aus dem Land reisen dürfen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von mehr als 20 Ländern, darunter die USA und auch Deutschland.

Man werde bestimmten Afghanen weiterhin Reisedokumente ausstellen, und man habe die klare Erwartung und Zusage der Taliban, dass diese in die jeweiligen Länder reisen könnten, heißt es in der Erklärung weiter. Man nehme zudem die öffentlichen Erklärungen der Taliban zur Kenntnis, die dieses Verständnis bestätigten.
Taliban-Kämpfer patrouillieren auf den Straßen von Kabul. Foto: AP/dpa
Taliban-Kämpfer patrouillieren auf den Straßen von Kabul. Foto: AP/dpa  
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UPDATE | Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der afghanischen Hauptstadt einen Luftangriff durchgeführt, um eine "unmittelbare Bedrohung" für den Flughafen Kabul durch Terroristen abzuwenden. Eine Drohne habe erfolgreich auf ein Auto des örtlichen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefeuert, erklärte das US-Militär. Weil es nach dem Raketeneinschlag zu "bedeutenden sekundären Explosionen" kam, sei davon auszugehen, dass in dem Fahrzeug eine große Menge Sprengstoff gewesen sein müsse, hieß es weiter. Es werde geprüft, ob es bei dem Angriff zivile Opfer gab. Bislang gebe es aber keine dahingehenden Hinweise, hieß es.
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Der Minister für Entwicklungshilfe, Gerd Müller, warnt vor einer großen Hungersnot in Afghanistan. "Aktuell baut sich eine dramatische Hungerkrise auf: zusammengebrochene Versorgungswege, die Folgen von Covid-19 und Dürren. 14 Millionen Menschen sind bedroht", sagte der CSU-Politiker dem Handelsblatt.

Angesichts dessen kündigte Müller weitere Unterstützung für Nichtregierungsorganisationen und UN-Hilfsorganisationen in der Region an. "Konkret haben wir in einem ersten Schritt 50 Millionen Euro als Soforthilfe zur Unterstützung der Flüchtlingsarbeit umgesteuert. Aber es braucht jetzt ein schnelles und gemeinsames Handeln der Staatengemeinschaft, das nicht an fehlenden Mitteln für die UN-Hilfsorganisationen scheitern darf", so Müller.
Foto: Rahmat Gul/AP/dpa
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Auf der Flucht von Kabul nach Italien sitzen nach Angaben einer römischen Universität Dutzende Studentinnen in Afghanistan fest. In der Gruppe mit etwa 80 afghanischen Studentinnen seien auch vier bis fünf Kinder, sagte Bruno Botta, Vizedirektor für internationale Zusammenarbeit an der Sapienza Universität in Rom, dem Radiosender Rai GR1. Sie seien letzte Woche auf dem Weg zum Flughafen gewesen, als wegen der Selbstmordattentate alles "viel komplizierter" geworden sei. Sollten sie in die Stadt Herat zurückkehren müssten, aus der sie gekommen seien, bestehe für sie große Gefahr.

Italien hat nach Angaben von Außenminister Luigi Di Maio rund 5000 afghanische Zivilisten aus dem Land gebracht. Italien sei damit das Land in der EU, das am meisten Menschen evakuiert und vor den Taliban in Sicherheit gebracht habe.
Italiens Außenminister Luigi Di Maio. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa
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Kurz vor dem Ende der militärischen Evakuierungsmission in Afghanistan sind binnen 24 Stunden rund 2900 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden. Eine Sprecherin des Weißen Hauses teilte mit, bis zum Vormittag habe die US-Luftwaffe mit 32 Flügen rund 2200 Menschen in Sicherheit gebracht, neun Flugzeuge von Verbündeten hätten rund 700 Menschen evakuiert. Seit dem Start des Einsatzes Mitte August hätten die USA und ihre Partner damit insgesamt gut 114.000 Menschen ausgeflogen.

Die Zahl der pro Tag ausgeflogenen Personen ist zuletzt wegen des beginnenden US-Abzugs und der Einstellung von Rettungsflügen durch Verbündete deutlich zurückgegangen. Von Dienstag auf Mittwoch zum Beispiel waren innerhalb von 24 Stunden noch etwa 19.000 Menschen evakuiert worden.
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Mit Unterstützung aus Deutschland sind nach dem Ende der Bundeswehrflüge noch mehr als 300 weitere Schutzbedürftige aus Kabul ausgeflogen worden. Darunter waren nach Angaben aus der Bundesregierung etwa 140 Deutsche sowie Ortskräfte und Mitarbeiter eines Auftragsunternehmens des beendeten Nato-Einsatzes.

Zeit und Spiegel berichten zudem, dass 189 Schutzbedürftige organisiert von der Rettungsinitiative Luftbrücke Kabul zum Flughafen gebracht und ausgeflogen wurden, darunter auch Mitarbeiter deutscher Medien. Die Bundeswehr hatte ihren Evakuierungseinsatz am Donnerstag beendet. Die US-Streitkräfte sollen bis Dienstag abgezogen sein.
Symbolfoto: AP/dpa
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Papst Franziskus ruft zu mehr Hilfe für die Menschen in Afghanistan auf. "In historischen Momenten wie diesem können wir nicht gleichgültig bleiben, das lehrt uns die Geschichte der Kirche", sagt das Katholiken-Oberhaupt. "Als Christen sind wir in dieser Situation in der Pflicht. Deshalb appelliere ich an alle, das Gebet zu verstärken und zu fasten."

Er verfolge die Lage in Afghanistan "mit großer Sorge" und teile das Leid derer, die um Angehörige trauern, die bei den Selbstmordattentaten ihr Leben verloren haben. "Ich bitte alle, den Bedürftigen weiterhin zu helfen und dafür zu beten, dass Dialog und Solidarität zu einem friedlichen und brüderlichen Zusammenleben führen und Hoffnung für die Zukunft des Landes geben."
Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa
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Außenminister Heiko Maas hat den Nachbarstaaten Afghanistans Hilfe bei der Bewältigung der humanitären und wirtschaftlichen Folgen zugesagt. 

Es ist in unserem eigenen Interesse zu verhindern, dass der Kollaps in Afghanistan die ganze Region destabilisiert.

Außenminister Heiko Maas

Der SPD-Politiker sprach sich  zu Beginn einer viertägigen Reise in die Region auch für ein international abgestimmtes Auftreten gegenüber den Taliban aus..
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