Das Wichtigste in Kürze:

  • Die SPD hat die Bürgerschaftswahl in Hamburg klar gewonnen
  • Die Grünen legen zu und werden zweitstärkste Kraft.
  • Rot-Grün kann damit fortgesetzt werde. 
  • Die CDU stürzt auf ihr bundesweit schlechtestes Landtagswahlergebnis seit fast 70 Jahren.
  • AfD und FDP bleiben wahrscheinlich mit 5,3 beziehungsweise 5,0 Prozent in der Bürgerschaft
  • Das vorläufige amtliche Endergebnis wird voraussichtlich Montagabend veröffentlicht. 
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Liebe Leserinnen und Leser, die SPD kommt nach vereinfachter Auszählung der für die Parteien auf den Landeslisten abgegebenen Stimmen auf 39,0 Prozent. AfD und FDP blieben demnach mit 5,3 bzw. 5,0 Prozent in der Bürgerschaft. Die Grünen wären mit 24,2  zweitstärkste Kraft, die CDU käme auf 11,2 und die Linke auf 9,1 Prozent. 

Wegen des relativ komplizierten Wahlsystems wird das vorläufige amtliche Endergebnis der Bürgerschaftswahl jedoch erst am morgigen Montagabend bekannt gegeben. Vielen Dank fürs Mitlesen, an dieser Stelle beenden wir diesen Blog.
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Das Ergebnis muss uns alle ein Stück wachrütteln, dass es gerade um viel geht. Das ist Hamburg, das ist Thüringen, das sind die Umfragewerte, das ist die Lage der Bundespartei.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht die Wahlniederlage der CDU in Hamburg als schweren Schlag für die Partei. 

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Klarer Sieger der vermutlich einzigen Landtagswahl in diesem Jahr: Peter Tschentscher. Foto: Christian Charisius/dpa
Klarer Sieger der vermutlich einzigen Landtagswahl in diesem Jahr: Peter Tschentscher. Foto: Christian Charisius/dpa  
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Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) hat mit Blick auf die Sondierungsgespräche nach der Wahl den Druck auf den bisherigen Koalitionspartner erhöht. "Rot-Grün ist eine naheliegende Option. Einen Automatismus kann es aber nicht geben. Wir sollten jetzt reden und sehen was geht", sagte Dressel im NDR.
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Die Trendumkehr ist gelungen

Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit zur gestiegenen Wahlbeteiligung

Carola Veit mit
Carola Veit mit "Wahlkreuz" vor dem Rathaus. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa  
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Nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen haben SPD und Grüne in Hamburg vor allem mit lokalen Themen gepunktet. Zu den Pluspunkten der Parteien zählten ihre überzeugende Regierungsarbeit, Sachkompetenz sowie ihr Ansehen in der Bevölkerung, heißt es in einer Untersuchung der Experten zum Ausgang der Bürgerschaftswahl.
Foto: Gregor Fischer/dpa
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Nach der Hamburger Wahl könnte die AfD laut der jüngsten  Hochrechnung der ARD doch in die Bürgerschaft einziehen. Die Partei kam dabei auf 5,1 Prozent der Stimmen, die FDP blieb bei 5,0.
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Die Wahllokale in Hamburg sind seit Stunden geschlossen, doch für die Parteien wird die Abstimmung an Elbe und Alster auch in den kommenden Tagen Thema bleiben. So wird die CDU-Spitze am morgigen Montag zunächst im Präsidium und später im Vorstand über die Konsequenzen aus dem miserablen Ergebnis bei der Bürgerschaftswahl beraten. Im Mittelpunkt dürfte die offene Führungsfrage der Bundespartei nach dem angekündigten Rückzug von Parteichefin Kramp-Karrenbauer stehen.
Hamburgs CDU-Chef Roland Heintze. Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Hamburgs CDU-Chef Roland Heintze. Foto: Daniel Reinhardt/dpa  
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Justizsenator Till Steffen (Grüne) sieht das Abschneiden der Grünen als "starke Bestätigung" ihrer Themen. "Die Leute wollen mehr Klimaschutz, das müssen wir auch entsprechend jetzt umsetzen, da stehen wir im Wort bei vielen Leuten, die jetzt noch mal am Freitag auf die Straße gegangen sind", sagte er am Rande einer Wahlparty: "Das werden wir natürlich jetzt auch in den Mittelpunkt unserer Verhandlungen stellen."
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Die wahrscheinlichste Regierungsvariante in Hamburg: Fortsetzung der rot-grünen Koalition.
Foto: Marcus Brandt/dpa
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Weiter unklar ist, ob die AfD den Einzug in die Bürgerschaft schafft. Der AfD-Parteivorsitzende Tino Chrupalla will vor einer Bewertung des Abschneidens seiner Partei das Ergebnis abwarten. "Wir müssen erstmal, wie gesagt, den Abend abwarten, alles andere wäre jetzt auch Kaffeesatzleserei", sagte er im ZDF.  Chrupalla: "Sie wissen, solche Abende können spannend sein."
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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther führt die schwere Wahlniederlage der CDU auf die Krise seiner Partei im Bund zurück. "Für uns als Union gibt es überhaupt nichts zu beschönigen, das ist ein historisch schlechtes Ergebnis", sagte Günther im ZDF. Die Bundes-CDU müsse jetzt so schnell wie möglich die offenen Fragen klären. Dazu zähle vor allem die Führungsfrage, aber auch der weitere Kurs mit Blick auf Thüringen.
Foto: Markus Scholz/dpa
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Da hat es auch zerschlagenes Porzellan gegeben, aber so was kann man auch wieder kitten

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) zum Wahlkampf

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
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FDP-Chef Christian Lindner hat eingeräumt, dass das schwache Abschneiden der Liberalen in Hamburg auch auf das Debakel bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen zurückgehen dürfte. Allerdings sei Hamburg auch schon zuvor ein schwieriges Pflaster für die FDP gewesen. Persönliche Konsequenzen werde es für ihn nach der Wahl nicht geben: "Die Frage stellt sich nicht."
Foto: Fabian Sommer/dpa
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Auch Grünen-Bürgermeisterkandidatin Fegebank ist für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. "Wir haben eine sehr erfolgreiche Koalition gehabt die letzten fünf Jahre. Und ich sehe nicht, warum das nicht wieder funktionieren sollte mit einem deutlich stärkeren Votum für die Grünen". Sie begreife das Ergebnis als klaren Wählerauftrag: "Weiter Rot-Grün, mit starken Grünen in der Regierung."
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Für Hamburgs SPD-Bürgermeister Tschentscher ist eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition naheliegend. "Wir haben immer gesagt, dass Rot-Grün die naheliegende Option ist - das gilt auch jetzt. Wir werden als erstes auch mit den Grünen sprechen, sondieren", sagte Tschentscher im ZDF. 
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Für FDP-Spitzenkandidatin Anna von Treuenfels-Frowein waren es vor allem zwei Ereignisse, die die Ausgangslage für die Liberalen an der Elbe erschwert haben: Zum Einen das "Kopf-an-Kopf-Rennen zweier Bürgermeisterkandidaten", durch das kleinere Parteien an den Rand gedrängt wurden. Zum Anderen die jüngsten Polit-Ereignisse in Thüringen: "Das war für uns eine schwerwiegende Hypothek".
Foto: Axel Heimken/dpa
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Der Ausgang der Hamburg-Wahl ist nach den Worten von SPD-Chef Norbert Walter-Borjans für die Sozialdemokraten in Hamburg und auch im Bund ein großer Erfolg. Mit 37,5 Prozent (nach der ARD-Prognose) gebe es für die SPD in Hamburg einen klaren Führungsauftrag, sagt Walter-Borjans. Mit einem solchen Ergebnis habe man vor einiger Zeit noch nicht rechnen können. Noch im November sei die SPD deutlich schwächer dagestanden. Er gratuliert zugleich den Grünen zu ihrem Erfolg. Sie hätten wohl auch vom Höhenflug der Bundes-Grünen profitieren können. 
Foto: Wolfgang Kumm/dpa
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SPD und Grüne haben die Bürgerschaftswahl in Hamburg klar gewonnen. Die Sozialdemokraten kommen laut Hochrechnung auf 38,9 Prozent der Stimmen. Die Grünen können ihr Ergebnis demnach auf 24,4 Prozent steigern. Die CDU stürzt auf 11,2 Prozent, das ist ihr bundesweit schlechtestes Landtagswahlergebnis seit fast 70 Jahren. AfD und FDP haben vermutlich knapp den Wiedereinzug in die Bürgerschaft geschafft.
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Trotz eines kreativen und engagierten Wahlkampfs wurden die eigenen Wahlziele klar verfehlt

Hamburgs CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg

Foto: Daniel Reinhardt/dpa
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Die Hamburger Linken sehen sich trotz der sich abzeichnenden Zugewinne bei der Bürgerschaftswahl weiter klar in der Opposition. Die Linke wolle eine starke Kraft aus der Opposition heraus bleiben, sagt Spitzenkandidatin Cansu Özdemir im NDR. Die Prognosen von ARD und ZDF sahen die Linken bei 9 bis 9,5 Prozent - leicht besser als bei der Wahl 2015, als die Partei auf 8,5 Prozent gekommen war. "Das ist ein tolles Ergebnis", sagt Özdemir.
Foto: Georg Wendt/dpa
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Ungeachtet des klaren Gewinns für Rot-Grün ist das Ergebnis der rechtspopulistischen AfD für CSU-Generalsekretär Markus Blume das wichtigste Ergebnis der Wahl in Hamburg. "Die AfD bekommt die demokratische Quittung für ihr geistiges Brandstiftertum in unserem Land. Wähler wenden sich ab von der AfD. Es könnte ein historischer Tag werden, wenn die AfD erstmals wieder aus einem Parlament hinausgewählt wird", sagt Blume der Deutschen Presse-Agentur in München.
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Mit dem klaren Sieg der SPD werden die Sozialdemokraten wohl auf mehr als ein Jahrzehnt mit einem Hamburger SPD-Bürgermeister kommen: Vor Tschentscher wurde die Hansestadt von 2011 bis März 2018 von Olaf Scholz regiert. Der letzte CDU-Bürgermeister, Christoph Ahlhaus, schied im März 2011 aus dem Amt.
Foto: Lukas Schulze/dpa
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Der saarländische Ministerpräsident und CDU-Chef Tobias Hans sieht in dem sich abzeichnenden Abschneiden seiner Partei bei der Bürgerschaftswahl "ein Ergebnis, das uns aufschrecken muss, auch als Bundespartei". Die CDU habe vor allem nach der Krise in Thüringen "ein aktuelles Bild der Führungslosigkeit" abgegeben, so Hans in der ARD. Es sei der Eindruck entstanden, dass der CDU der Kompass fehle. Es sei deshalb an der Zeit, "hier und jetzt auch schnelle Entscheidungen zu treffen, in Thüringen, aber auch im Bund Klarheit zu schaffen".
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