°°° Das Wichtigste in Kürze °°°

  • Im hessischen Hanau werden neun Menschen an zwei verschiedenen Orten erschossen.
  • Alle Todesopfer haben einen Migrationshintergrund. Vier der fünf Verletzten haben ausländische Wurzeln.
  • Die Polizei findet außerdem die Leiche des mutmaßlichen Täters und die seiner Mutter in einer Wohnung. 
  • Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 43-jährigen Deutschen
  • Laut Sicherheitskreisen sind ein Bekennerschreiben und ein Video gefunden worden.
  • Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts. Die Ermittler sehen eine "zutiefst rassistische Gesinnung".
  • Die Polizei hat bislang keine Hinweise auf weitere Täter
  • Der Bundespräsident und die Bundesregierung zeigen sich erschüttert über das Gewaltverbrechen und rufen zum Zusammenhalt und zum Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit auf.
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Trauer, stilles Gedenken - aber vor allem mahnende Worte und heftige Kritik an der AfD. Schnell und heftig hat die Politik auf die Bluttat von Hanau reagiert, bei der zehn Menschen sowie der Täter starben. Das Thema wird in den nächsten Tagen und Wochen weiter die Schlagzeilen dominieren - es bleibt abzuwarten, welche politischen Konsequenzen folgen. Wir beenden den Liveblog an dieser Stelle. Vielen Dank für Ihr Interesse!
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UPDATE | Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Tatorte des Anschlags in Hanau besucht. Gemeinsam mit anderen Politikern, darunter Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, und seiner Frau Elke Büdenbender gedachte er dort mit einer Schweigeminute der Opfer. Anschließend hielt Steinmeier bei einer Mahnwache der Stadt Hanau auf dem Marktplatz eine Ansprache, bei der er den Anschlag eine "Terrortat" nannte.

Heute ist die Stunde, in der wir zeigen müssen: Wir stehen als Gesellschaft zusammen, wir lassen uns nicht einschüchtern, wir laufen nicht auseinander. - Was hier heute Nacht in Hanau geschehen ist, das macht uns fassungslos, das macht uns traurig, und es macht uns zornig. - Nichts kann diese sinnlose Tat erklären, und nichts wird sie ungeschehen machen können. - Wir stehen zusammen, wir halten zusammen, wir wollen zusammen leben. Und wir zeigen es wieder und wieder. Das ist das stärkste Mittel gegen den Hass.

Foto: Boris Roessler/dpa
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Foto: Uwe Anspach/dpa
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In zahlreichen deutschen Städten - neben Hanau etwa in Kassel, München, Stuttgart und Berlin -  gedenken am Abend zahlreiche Menschen bei Mahnwachen der Opfer des Anschlags von Hanau.
Foto: Boris Roessler/dpa
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Foto: Uwe Zucchi/dpa
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Foto: Peter Kneffel
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Foto: Kay Nietfeld/dpa
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Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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UN-Generalsekretär António Guterres hat mit Bestürzung auf den Angriff von Hanau reagiert und einen verstärkten Kampf gegen Rassismus gefordert. "Der Generalsekretär ist entsetzt über die Schüsse von Hanau", sagte Sprecher Stéphane Dujarric in New York. Guterres spreche den Familien der Opfer und der deutschen Regierung sein Beileid aus. "Der Generalsekretär steht in Solidarität mit Deutschland und bekräftigt seinen Aufruf an uns alle, unser Versprechen zur Beendigung von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Hass gegenüber Muslimen zu erneuern."
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Vorbild Paris: Die Täter von Hanau und Halle haben nach Meinung des Bielefelder Gewalt- und Konfliktforschers Andreas Zick Terrorakte aus anderen extremistschen Bereichen nachgeahmt. "Das, was in Hanau passiert ist, haben wir in Teilen in Paris 2015 gesehen. Der Täter schießt offen und gewissermaßen im Vorbeigehen in eine Bar hinein, wo Menschen sich amüsieren, die dem Feindbild entsprechen", sagte Zick dem Bielefelder "Westfalen-Blatt". Dass der Täter aus Hanau als "einsamer Wolf" gehandelt hat, hält Zick für unwahrscheinlich. "Es gibt nach Forschungslage keine einsamen Wölfe. Diese Annahme hat die Analyse von Einzelfällen widerlegt", sagte Zick. Es gebe zum Tatzeitpunkt Einzeltäter, aber in der wichtigen Phase ihrer Radikalisierung seien sie vernetzt.
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Mit offiziellem Gedenken an die Opfer der Gewalttat von Hanau hat heute in den närrischen Hochburgen der Straßenkarneval begonnen. In Köln gab es eine Schweigeminute. Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn: "Im Leben und vor allen Dingen im Karneval sind die Momente der überschäumenden Freude und des Feierns und die der Trauer und die stillen Momente immer nah beieinander. Heute, in den Stunden, überwiegt bei uns allen glaube ich die Fassungslosigkeit."

In Düsseldorf sagte der Präsident des Comitees Düsseldorfer Karneval, Michael Laumen, auf dem Rathausbalkon: "Wir sind bei den Opfern von Hanau. Unser Düsseldorfer Karneval ist multikulturell." Für Rosenmontag planen die Düsseldorfer einen Mottowagen zu Hanau. Karnevalswagenbauer Jacques Tilly sagte der dpa: "Es wird kein Wagen, über den man lachen kann, aber es wird ein Statement der Narren sein." In München fällt der Weiberfasching auf dem Viktualienmarkt aus. Auch die Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen in Berlin sagte wegen der "entsetzlichen Morde in Hanau" die Weiberfastnachtsparty am Abend ab.
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (2.v.r) gedenkt mit dem Kölner Dreigestirn (l) und Christoph Kuckelkorn (r), Präsident Festkomitee Kölner Karneval bei einer Schweigeminute der Opfer von Hanau. Foto: Oliver Berg/dpa
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (2.v.r) gedenkt mit dem Kölner Dreigestirn (l) und Christoph Kuckelkorn (r), Präsident Festkomitee Kölner Karneval bei einer Schweigeminute der Opfer von Hanau. Foto: Oliver Berg/dpa  
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Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat den rassistischen Anschlag in Hanau "aufs Schärfste" verurteilt. Dies sei ein "abscheulicher rechtsradikaler Terroranschlag", so Kurz am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Es zeige, dass man in Europa radikalem Gedankengut entschieden entgegentreten müsse.
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Der mutmaßliche Todesschütze von Hanau hat nach Auskunft der zuständigen Kreisbehörde im Jahr 2013 eine waffenrechtliche Besitzerlaubnis bekommen. Ein Jahr später sei die erste Waffe darauf eingetragen worden, sagt ein Sprecher des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen.

In der Waffenbesitzkarte des Sportschützen seien zuletzt zwei Waffen eingetragen gewesen. Im Jahr 2019 sei die Erlaubnis überprüft worden. Dabei werde etwa geschaut, ob die Waffen ordnungsgemäß aufbewahrt werden, sagte der Kreissprecher. Alle Informationen seien den Ermittlern zur Verfügung gestellt worden. Der mutmaßliche Täter besaß nach Erkenntnissen der Behörde keinen Jagdschein.
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Nach dem Anschlag in Hanau haben Fernsehsender ihr Programm angepasst. Um 19.20 Uhr zeigt das Zweite ein "ZDF spezial". Das Erste informiert von 20.15 Uhr an in einem 15-minütigen "Brennpunkt" über den aktuellen Stand. Ebenfalls um 20.15 Uhr sendet der Kölner Privatsender RTL ein "Aktuell Spezial".

Um 22.35 Uhr zeigt das Zweite ein "Maybrit Illner Spezial" mit dem Thema "Anschlag in Hanau: Rechter Terror außer Kontrolle?". Als Gäste werden unter anderen die Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und der Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent erwartet. Danach läuft im Zweiten von 23.25 Uhr an "Markus Lanz". Über den Anschlag diskutieren unter anderen der Investigativ-Journalist und Extremismus-Experte Olaf Sundermeyer, die Psychiaterin und Forensikerin Nahlah Saimeh sowie der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler.
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Die Leichen von zwei Opfern der Gewalttat von Hanau werden von einem der Tatorte abtransportiert.
Foto: Uwe Anspach/dpa
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AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland hat Vorwürfe mehrerer Parteien nach einer indirekten Mitverantwortung seiner Partei mit Blick auf den Anschlag in Hanau zurückgewiesen. "Ich halte es für schäbig, in der Phase so etwas zu instrumentalisieren", sagt Gauland in Potsdam. "Man kann nicht etwas instrumentalisieren, was so furchtbar ist und wo wir nicht wissen im Moment, was diesen offensichtlich völlig geistig verwirrten Täter bewogen hat, so zu handeln."

Mit Bundestagsreden habe das "bestimmt nichts zu tun", antwortet Gauland auf die Frage, ob es einen Zusammenhang etwa von Äußerungen aus der AfD-Bundestagsfraktion gebe.
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Der mutmaßliche Todesschütze von Hanau war in einem Frankfurter Schützenverein aktiv. Er sei Mitglied im Schützenverein Diana Bergen-Enkheim gewesen, so Thilo von Hagen, Sprecher des Deutschen Schützenbundes (DSB), in Wiesbaden. 

Laut dem Verein selbst war Tobias R. ein "eher ruhiger Typ", der in keiner Weise auffällig geworden sei. "Er hat keinerlei ausländerfeindliche Sprüche geklopft", sagt der Vorsitzende Claus Schmidt. Auch im Umgang mit Vereinsmitgliedern mit Migrationshintergrund habe R. kein auffälliges Verhalten gezeigt. Seit 2012 sei der 43-Jährige Mitglied bei Diana gewesen. Er habe mit eigenen Waffen geschossen, was aber üblich sei. Dass Tobias R. im Internet wirre Gedanken und abstruse Verschwörungstheorien äußerte, sei nicht bekannt gewesen. "Mit dem konnte man sich ganz vernünftig unterhalten", so Schmidt.
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Die Amadeo-Antonio-Stiftung hält es für falsch, den Attentäter von Hanau als "psychisch kranken Einzeltäter" zu bezeichnen. "Der Täter mag eine psychische Erkrankung haben, aber vertritt ein geschlossenes rechtsextremes und rassistisches Weltbild, in dem verschwörungsideologische Elemente besonders ausgeprägt sind", sagt Timo Rheinfrank, der Geschäftsführer der Berliner Stiftung, die sich gegen Rechtsextremismus engagiert.

Schließlich befeuere die Endzeit-Rhetorik in rechtsextremen Online-Milieus wahnhafte Ideen und sei auch maßgeblich dafür verantwortlich, "dass aus psychischen Störungen mörderische Gewalt wie in Hanau wird". In Hunderten von Chatgruppen seien die Vorbereitungen auf einen vermeintlichen "Tag X", an dem die staatliche Ordnung zusammenbricht, in vollem Gange "und alle paar Wochen werden neue rechtsterroristische Gruppierungen bekannt".
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"Wir leiden. Es ist wirklich ein schwarzer Tag für Deutschland", sagt der türkische Botschafter Ali Kemal Aydin dem Sender CNN Türk. Aydin warnte, man könne die Tat nicht auf eine Person reduzieren, es müsse nach Verbindungen zu Hintermännern ermittelt werden. Dabei erinnerte er an die Morde der Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU). Die deutschen Behörden müssten die Tat restlos aufklären.
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Der mutmaßliche Schütze von Hanau war nach ersten Erkenntnissen der Ermittler nicht vorbestraft. Es gebe auch keine Verfahren mit politischem Bezug gegen ihn, teilt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Aus Videos und Dokumenten des mutmaßlichen Schützen ergäben sich "gravierende Indizien für einen rassistischen Hintergrund der Tat".
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