··· Das Wichtigste kurz notiert:

  • Union und SPD erzielen Durchbruch bei Klima-Verhandlungen.
  • Koalition einigt sich auf CO2-Preis in Form von Zertifikaten, die Pendlerpauschale soll ab 2021 erhöht werden. 
  • Ölheizungen sollen ab 2026 nicht mehr eingebaut werden; neue Schulden sind für das Klimapaket nicht geplant.
  • Bürger und Firmen sollen bei den hohen Strompreisen entlastet werden.
  • Koalition will billigere Fernzugtickets und höhere Luftverkehrsteuer.
  • Das Klimapaket soll ein Gesamtvolumen von 50 Milliarden Euro haben.
  • Weltweit demonstrieren Millionen von Menschen für besseren Klimaschutz.
  • Allein in Deutschland sind mehr als 500 Aktionen und Kundgebungen angemeldet worden. 
  • Laut Fridays for Future gingen hierzulande 1,4 Millionen Demonstranten auf die Straßen.
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Liebe Leserinnen und Leser, wir beenden an dieser Stelle den Liveblog zum globalen Klimastreik. Vielen Dank für Ihr Interesse und fürs Dabeisein.
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Live · Desk
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Was bleibt festzuhalten? Reichlich zerknittert und fahl im Gesicht standen die schwarz-roten Koalitionäre im Morgenlicht auf dem Balkon des Kanzleramts. Hinter ihnen lag eine Marathonverhandlung über ein Klimaschutz-Paket, mit dem Deutschland die verbindlichen Ziele bis 2030 doch noch erreichen soll. Etwa zur gleichen Zeit gingen in ganz Deutschland 1,4 Millionen Menschen auf die Straßen, wie Fridays For Future schätzt. Sie fordern mehr Klimaschutz. Für das in Berlin geschlossene Paket hagelt es viel Kritik

So schreibt Fridays For Future, die Maßnahmen seien ein "Schlag ins Gesicht aller, die in dieser Stunde zu Hunderttausenden für echten Klimaschutz auf die Straßen strömen!" Auch die Umwelthilfe findet scharfe Worte: "Das ist kein Durchbruch, das ist ein Versagen auf ganzer Linie, was das Klimakabinett da vorgelegt hat", teilt die Organisation mit. Die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete betonte in Berlin, dass die Verantwortung für Klimapolitik nicht nur auf den Schultern der Kinder und Jugendlichen lasten dürfe. "Wir Erwachsenen müssen ebenso konsequent protestieren." Lob für das Paket kam hingegen aus den Koalitionsparteien SPD und CDU/CSU
Durch eine Wärmebildkamera sind Klima-Demonstranten vor dem Bundeskanzleramt zu sehen. Foto: Christoph Soeder, dpa
Durch eine Wärmebildkamera sind Klima-Demonstranten vor dem Bundeskanzleramt zu sehen. Foto: Christoph Soeder, dpa  
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Sonja Wurtscheid
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Während sich in Deutschland die Klima-Demonstrationen allmählich dem Ende zuneigen, geht es in den USA erst richtig los. Unter dem Slogan "Make America green again" formiert sich in der Hauptstadt Washington ein Protestzug mit jungen Menschen.
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Sonja Wurtscheid
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Ein Statement zu den Klima-Vorschlägen gibt es inzwischen auch von der AfD. Die Partei kann im Klimapaket der Bundesregierung nichts Gutes entdecken. "Das ist verheerend für den Wirtschaftsstandort Deutschland", kritisiert die Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Alice Weidel. "Permanent werden neue Steuern erfunden, letztendlich führt es zu einer Mehrbelastung der Verbraucher", fügt sie hinzu. 

Durch die geplanten Entlastungen - etwa durch eine Senkung der EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms oder durch eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Bahntickets im Fernverkehr - werde das nicht kompensiert, meint Weidel. Es sei lediglich ein Rückgang von "gigantischen" auf "sehr hohe" Strompreise zu erwarten. Die geplante höhere Luftverkehrsteuer auf Starts von deutschen Flughäfen sei ein Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Standorten in Europa.  
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Live · Desk
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Ich bin bitter enttäuscht. Nötig war fürs Klima: schnell, kraftvoll, verbindlich. Was wir bekommen, ist langsam, lasch, unverbindlich. Das ist eine Abkehr von den Pariser Klimazielen und von unserer Zukunft.

Die Grünen-Co-Vorsitzende Annalena Baerbock auf Twitter.

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Sonja Wurtscheid
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Promis für Klimaschutz: Moderator Joko Winterscheidt hat an der Demonstration in München teilgenommen. 
Foto: Sven Hoppe, dpa
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Sonja Wurtscheid
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Unsere Erde ist verletzt: Ein Demonstrant in Stuttgart hat sich beim Protest für mehr Klimaschutz seinen Kopf wie eine Erdkugel angemalt und ein Pflaster draufgeklebt.
Foto: Sebastian Gollnow, dpa
Foto: Sebastian Gollnow, dpa  
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Sonja Wurtscheid
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Wir sind keine "ungeduldigen jungen Menschen", wie Frau Merkel sagt. Sondern eine Gesellschaft, die sich wie nie zuvor aufmacht und echte Klimapolitik einfordert.

Luisa Neubauer, eines der bekanntesten deutschen Gesichter von Fridays for Future auf Twitter.

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Live · Desk
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UPDATE Uns erreichen aktuelle Zahlen der Demonstrationsteilnehmer/innen (Angaben der Veranstalter und von der Polizei) in den größeren deutschen Städten. Ein Überblick: 

Berlin: 270.000 (Veranstalter) - Hamburg: 100.000 (Veranstalter) - Köln: 70.000 (Veranstalter) - Freiburg: 50.000 (Veranstalter) - Bremen: 31.000 (Polizei) - Hannover: 26.000 (Polizei) - München: 40.000 (Polizei) - Münster: 20.000 (Polizei) - Dresden: 14.000 (Veranstalter) - Kiel: 13.000 (Veranstalter) - Frankfurt am Main: 12.500 (Polizei) - Dortmund: 10.000 (Veranstalter) - Göttingen: 10.000 (Veranstalter) - Düsseldorf: 8 bis 10.000 (Veranstalter) - Leipzig: 8.000 (Veranstalter) - Osnabrück: 8.000 (Veranstalter) - Rostock: 7.000 (Veranstalter).

Insgesamt spricht Fridays For Future in Deutschland von 1,4 Millionen Demonstrant/innen, wie sie auf Twitter mitteilen.
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Es hagelt weiter Kritik an dem Klimapaket der Bundesregierung: "Auch nach monatelangen Verhandlungen liefert Kanzlerin Merkel lediglich ein Bündel Eckpunkte und Maßnahmen, das meilenweit hinter den Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen zurückbleibt", kritisiert Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser. Vor allem die Union habe weitergehende Schritte verhindert. Der angepeilte CO2-Preis sei "lächerlich" und werde von der geplanten Erhöhung der Pendlerpauschale aufgehoben.

Der Naturschutzbund Nabu äußert Zweifel, dass die Bundesregierung die selbstgesteckten Klimaziele bis 2030 mit den beschlossenen Maßnahmen erreichen werde. Die Bundesregierung habe die Dringlichkeit zum Handeln noch nicht verstanden, meinte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Es bleibe bei Steuergeschenken und neuen Subventionen. Die Naturschutzorganisation WWF nennt das Klimapaket eine "Mischung aus Verzagen, Vertagen und Versagen" und fordert Nachbesserungen.
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Müde sehen sie aus, die Spitzen von CDU, CSU und SPD, nach insgesamt 19 Stunden Marathonsitzung im Kanzleramt. "Schlaf wird überbewertet", meinte die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer. "Ich möchte Schlaf nicht missen und möchte den auch wieder nachholen", erklärt Bundeskanzlerin Angela Merkel.
CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Malu Dreyer, Kanzleramtsminister Helge Braun und Finanzminister Olaf Scholz (v.l.n.r) posieren nach der Pressenkonferenz für ein Gruppenbild für die Fotografen. Foto: Axel Schmidt, dpa
CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Malu Dreyer, Kanzleramtsminister Helge Braun und Finanzminister Olaf Scholz (v.l.n.r) posieren nach der Pressenkonferenz für ein Gruppenbild für die Fotografen. Foto: Axel Schmidt, dpa  
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Schulfrei fürs Klima: Das österreichische Bildungsministerium hat es Schülerinnen und Schülern offiziell erlaubt, am kommenden Freitag an der "Earth Strike"-Demonstration der Bewegung Fridays For Future teilzunehmen - statt im Unterricht zu sitzen. Es gehöre zur Aufgabe der österreichischen Schule, "die jungen Menschen zu verantwortungsbewussten Mitgliedern der Gesellschaft (...) heranzubilden", heißt es in einem Erlass, der auf der Seite des Ministeriums veröffentlicht wurde. Weiterhin haben sich die Parlamentsparteien in Österreich ein auf ein 540 Millionen Euro schweres Ökostrom-Paket geeinigt. Damit soll dem "dringend notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien" ein enormer Schub gegeben werden, heißt es von den Parteien.
Foto: Brigitte Forster, APA/dpa
Foto: Brigitte Forster, APA/dpa  
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Sonja Wurtscheid
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Teilnehmer einer Demonstration in Stuttgart blockieren den Eingang einer Filiale der Deutschen Bank. "Kapitalismus führt Ihnen und Ihrer Umwelt erheblichen Schaden zu", heißt es auf einem Plakat der Protestierenden.
Foto: Sebastian Gollnow, dpa
Foto: Sebastian Gollnow, dpa  
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Wir waren verliebt ins Gelingen bei diesem Thema, und deswegen war es auch möglich, dass man ein wirksames, ein intelligentes und sozial ausgewogenes Klimapaket geschnürt hat.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt zu den Klimaplänen der Bundesregierung.

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