Das Wichtigste in Kürze:

▪ Mit einem massiven Polizeiaufgebot haben Behörden begonnen, den jahrelang von Umweltschützern und Braunkohlegegnern besetzt gehaltenen Hambacher Forst zu räumen. Spezialkräfte holten die ersten Aktivisten aus den Baumhäusern und zerstörten einige der jahrelang geduldeten Bauten. Die Polizei stellt sich auf einen tagelangen und schwierigen Einsatz ein.

▪ Der Energiekonzern RWE will im Herbst weite Teile des Waldes abholzen, um weiter Braunkohle baggern zu können. Die Baumhäuser der Besetzer gelten längst als Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle. Aktivisten kündigten als Reaktion auf die Räumung "zivilen Ungehorsam" und eine "bundesweite Massenmobilisierung" an. 

▪ Das Verwaltungsgericht Köln gab den Behörden allerdings Recht und lehnte am Abend einen Eilantrag gegen die Räumung eines Baumhauses ab. Es sei davon auszugehen, dass bei den noch ausstehenden Eilanträgen ähnlich entschieden werde, sagte eine Gerichtssprecherin. 

▪ Bei dem Einsatz kam es zwischen Polizei und Aktivisten zu Auseinandersetzungen. Beamte seien mit Zwillen beschossen und mit Molotow-Cocktails beworfen worden, warf die Polizei den Aktivisten vor. Ein Beamter sei dabei leicht verletzt und ein Dienstwagen beschädigt worden. Nach Angaben der Polizei wurden drei Personen in Gewahrsam genommen. 

▪ Eine Sprecherin des Aktionsbündnisses Ende Gelände machte hingegen die Polizei verantwortlich: "Die Polizei eskaliert, die Polizei greift an, die Menschen setzen sich zur Wehr", sagte Karolina Drzewo.
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Liebe Leserinnen und Leser, der Blog pausiert an dieser Stelle. Bei einer größeren Eskalation der Lage setzen wir die Berichterstattung fort.
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Das Aktionsbündnis Ende Gelände kündigt an, vom 25. bis 29. Oktober würden Tausende Menschen die Kohle-Infrastruktur, Schienen und Bagger blockieren.
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Aktivisten halten Wache in ihren Baumhäusern.
Foto: Jana Bauch, dpa
Foto: Jana Bauch, dpa  
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Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, kritisiert im Gespräch mit dem Deutschlandfunk das Vorgehen von RWE.
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Mehrere Dutzend Braunkohlegegner scheren bei einer Demonstration am Hambacher Forst aus und rennen zu den in Baumhäusern lebenden Aktivisten. Die Polizei schätzt ihre Zahl auf 40 bis 50. An der genehmigten Demonstration gegen die Räumung und für den Erhalt des Hambacher Forstes hätten mehr als 1000 Menschen teilgenommen, darunter Familien mit Kindern. 

Die in den Wald gestürmten Braunkohlegegner werden lautstark von den in Baumhäusern lebenden Aktivisten begrüßt, wie eine dpa-Reporterin berichtet. Für den Polizeieinsatz habe dies keine Relevanz, sagt ein Sprecher der Aachener Polizei. 
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Auch internationale Medien begleiten das Geschehen in Nordrhein-Westfalen.
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Unter den Demonstranten ist auch ein Junge mit einer klaren Botschaft an den Energiekonzern RWE.
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Die in der Kohleausstiegs-Kommission vertretenen Umweltverbände DNR, BUND und Greenpeace sprechen von einer überflüssigen und gefährlichen Eskalation. Der Konflikt um den Forst könnten die Verhandlungen über den Kohleausstieg stören, da die Umweltverbände einen Rodungsaufschub fordern, bis ein Ergebnis vorliegt. Auch Grüne und Linke verurteilen die Räumung als Machtdemonstration und Provokation. Der Streit um den Hambacher Forst könnte die Arbeit der Kohlekommission stören. Denkbar ist, dass ein oder mehr Umwelt-Vertreter die Kommission verlassen.
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Vor Beginn der Kohleförderung war der Wald 4100 Hektar groß; nach Angaben des Tagebau-Betreibers RWE Power wurden bislang 3900 Hektar für den Kohleabbau gerodet. Der Wald hat nach Angaben des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine 12.000 Jahre lange Geschichte. Es gibt dort Vorkommen streng geschützter Arten wie Bechsteinfledermaus, Springfrosch und Haselmaus. Der Protest vor Ort richtet sich auch gegen den Abbau von Braunkohle allgemein.
Foto: Federico Gambarini, dpa
Foto: Federico Gambarini, dpa  
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Aus Sicht des Energiekonzerns RWE ist die Abholzung unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Ein RWE-Sprecher betonte am Vormittag, der Konzern sei nicht "unmittelbarer Veranlasser" des Einsatzes. "Die Rodungsarbeiten auf unserem widerrechtlich besetzten Grundstück sollen wie geplant erst im Oktober beginnen."
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